Eine Gruppe niederländischer Radiohändler entschloss sich am 15. Oktober 1959 in Amsterdam den „Vrije Radio Omroep Nederland“ (VRON) mit dem Zweck zu gründen, künftig hörerbegleitende und werbefinanzierte Rundfunkprogramme nach amerikanischem und dänischem Vorbild von See aus zu senden. Auf Grund der Gesetzeslage in den meisten europäischen Ländern konnten solche Projekte nur außerhalb der Hoheitsgebiete (Drei-Meilen-Zone) verwirklicht werden. Aus dem Namenskürzel der Gesellschaft entstand der Projektname „Veronica“.  Am 18. April 1960 verließ das Radioschiff als Schleppverband den Emder Hafen unter panamaischer Flagge, um in internationalen Gewässern bei Katwijk vor der niederländischen Küste vor Anker zu gehen. Radio Veronica eröffnete seinen Sendebetrieb von See am 21. April 1960 auf der Mittelwellenfrequenz 192 Meter (1562,5 kHz). Wegen mangelnder Werbeverträge geriet die Gesellschaft in finanzielle Notlage. Noch im gleichen Jahr übernahmen die Brüder Bull, Dirk und Jaap Verweij die Führung des Unternehmens und erreichten in kürzester Zeit einen Werbespot-Boom für den Sender. Die Beliebtheit des Seesenders unter der niederländischen Bevölkerung stieg. Mehr als 5 Millionen Hörer zählte die Rundfunk-Kontrollbehörde des Landes im Jahre 1961. Wurden in den ersten Jahren überwiegend niederländische Schlagerproduktionen gespielt, so entwickelte sich der Sender ab 1965 mehr und mehr zur Popmusik-Station, versäumte es aber nicht heimische Produktionen gegen „den Rest der Welt“ antreten zu lassen. In den 1960er Jahren bestand der besondere Ehrgeiz des Senders darin, als einer der ersten die neuen Singles der großen Bands, zum Beispiel der Beatles oder der Rolling Stones, zu spielen. Trotz des zunehmenden Drucks der anderen Nordsee-Anrainerstaaten, die See-Piratensender abzuschaffen, duldete die niederländische Regierung Radio Veronica, nachdem diverse Demonstrationen (die größte 1973 in Den Haag) den Hörerwillen dokumentiert hatten.